Über 5G


5G ist ein Mobilfunkstandard, der seit 2019 an Verbreitung gewinnt.

5G baut auf dem bestehenden Standard „Long Term Evolution“ (LTE) auf. Wesentliche Neuerungen von 5G sind erst bei der Nutzung von Frequenzen oberhalb von 6 GHz zu erwarten. Die Funkzellen werden voraussichtlich bei 5G in Städten engmaschiger ausgebaut werden als bei Vorgängertechniken. Die Standardisierungsorganisation 3GPP hat im Dezember 2018 mit Release 15 den ersten Standard veröffentlicht, der Funktionen von 5G beinhaltet. Weitere Funktionen wurden mit Release 16 im Juli 2020 festgelegt.

Mögliche Gesundheitsrisiken

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert dennoch, dass vor dem Ausbau der Mobilfunknetze zu 5G die gesundheitlichen Auswirkungen weiter erforscht werden. Wegen Bedenken, ob die Grenzwerte zum Strahlenschutz mit einem geplanten 5G-Netz eingehalten werden, wurde in Brüssel ein Pilotprojekt gestoppt. In der Schweiz haben die Parlamente in den Kantonen Genf und Waadt ihre Regierungen aufgefordert, ein Moratorium für die Installation von 5G-Antennen auf Kantonsgebiet zu erlassen beziehungsweise zu prüfen. Ein Briefing des European Parliamentary Research Service kommt zu dem Schluss, dass die vorliegende Studienlage noch nicht ausreiche, um zu einem abschließenden Ergebnis zu kommen. Bei wissenschaftlichen Studien besteht jedoch grundsätzlich das Problem, dass für epidemiologische Studien in der Regel eine unbelastete Kontrollgruppe fehlt, da fast die gesamte Bevölkerung hochfrequenten elektromagnetischen Feldern, wie zum Beispiel schon durch WLAN-Nutzung, ausgesetzt ist.

Ein Team um die italienische Krebsforscherin Fiorella Belpoggi in Bologna berichtete 2019 über eine mögliche tumorerzeugende Wirkung der Hochfrequenzstrahlung bei Ratten. An der Studie wird jedoch kritisiert, dass die verwendete Strahlenintensität um ein Vielfaches über dem erlaubten Bereich liege. Innerhalb der zugelassenen Grenzwerte gab es hingegen bei keiner der über 200 durchgeführten Studien auch nur Hinweise auf eine gesundheitsschädliche Wirkung.

Tatsächlich geht zudem die höchste Strahlenbelastung im Normalfall nicht von den Sendemasten, sondern von den Mobilfunkgeräten selbst aus. Je mehr (nähere) Basisstationen es gibt, desto weniger stark muss das Endgerät strahlen, um diese zu erreichen. Weil für 5G zwangsläufig mehr Masten notwendig sind, könnte dadurch die individuelle Strahlenbelastung sogar sinken.