Referenten

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Berufliche Laufbahn

Nach dem Abitur studierte Prof. Buchner Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Technischen Hochschule in München. Anschließend setzte er seine Studien der Theoretischen Physik in Edinburgh fort und erwarb dort einen Abschluss in „Elementary Particles“. Ab 1965 arbeitete er unter anderem am Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik in München, wo er in Physik promovierte, sowie am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf. Prof. Buchner verbrachte mehrere Jahre im Ausland und forschte unter anderem an der Universität Kyoto (Japan) sowie an der Universität Chandigarh (Indien). Von 1973 bis zu seiner Pensionierung 2006 war er Dozent und Professor an der mathematischen Fakultät der TU München. Seit 1979 ist er Mitglied der wissenschaftlichen Akademie Accademia Peloritana dei Pericolanti in Messina und erhielt 1992 die Goldene Verdienstmedaille der Universität Breslau.

Politische Laufbahn

1983 trat er der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) bei. Als ihr Bundesvorsitzender von 2003 bis 2010 war eines seiner Hauptanliegen die Vernetzung der ÖDP mit lokalen Bürgerinitiativen. Die politischen Schwerpunkte seiner Arbeit lagen bereits damals unter anderem im Bereich Umwelt beim Kampf gegen die Atomkraft und im Bereich Wirtschaft bei der Aufklärung über die Probleme undemokratischer Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA und TISA. Bei der Europawahl am 25. Mai 2014 trat Prof. Buchner als Spitzenkandidat der ÖDP an und wurde zum Mitglied des Europäischen Parlaments gewählt. Das machte ihn zum ersten Europa-Abgeordneten in der Geschichte der ÖDP.

Sonstiges

Prof. Klaus Buchner hat unter anderem mit der französischen EU-Abgeordneten Michèle Rivasi eine Untersuchung über ICNIRP (International Committee on Non-Ionising Radiation Protection) in Auftrag gegeben, die nachweist, dass die Industrie die Grenzwerte zum Schutz der Gesundheit bei Funkstrahlung beeinflusst und dabei den Stand der Wissenschaft ignoriert. Buchner: „Das Ergebnis dieses Berichts ist ein Skandal: Deutschland behauptet wie die meisten Länder der westlichen Welt, Funkstrahlung sei ungefährlich, solange sie unter den Grenzwerten liegt, die ICNIRP vorgeschlagen hat. Das geschieht in dem Glauben, ICNIRP Mitglieder seien unabhängige Wissenschaftler, die frei von Interessenskonflikten sind. Der Rivasi-Buchner-Bericht weist dagegen nach, dass ICNIRP e.V. ein privater Verein ist, der in München registriert ist. Er hat zahlreiche enge Verbindungen zur Mobilfunkindustrie: Die meisten seiner Mitglieder haben für ihre Mobilfunk-Forschungen Geld von der Industrie angenommen“.

Der Verein habe außerdem bei seinen Vorschlägen für die Grenzwerte die Anregungen von ICES „vollständig berücksichtigt“. (“ICNIRP has delayed finalizing their conclusions to give full consideration of ICES’s recommendations”.) Dabei sei ICES ein US-amerikanischer Verein, der ebenfalls rein privat ist und eng mit der Mobilfunk-Industrie, speziell mit Motorola, verbunden ist. ICNIRP e.V. residiere mietfrei im Bundesamt für Strahlenschutz. Praktischerweise übernehme die wissenschaftliche Sekretärin des Amts auch die die Sekretariatsarbeit von ICNIRP e.V. Um die „Ungefährlichkeit“ der Strahlung plausibel zu machen, ignoriere ICNIRP e.V. den weitaus überwiegenden Teil der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet, indem behauptet wird, kritische Studien würden nicht den Anforderungen an wissenschaftliche Qualität entsprechen. Das mache ICNIRP e.V. selbst dann, wenn sie in den angesehensten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden.

Dazu Prof. Buchner: „Das erinnert an die Verharmlosung von Asbest, wo ebenfalls jahrelang behauptet wurde, es sei ungefährlich. Denn die Gesundheitsschäden durch Funkstrahlung werden schon seit 1932 wissenschaftlich untersucht. Die Regierungen der meisten westlichen Länder haben sich dagegen über die wissenschaftlichen Ergebnisse hinweggesetzt und sind einer Gruppe von industrienahen „Wissenschaftlern“ gefolgt. Dabei haben sie sich über die gesundheitlichen Auswirkungen zu wenig Gedanken gemacht.“ Der Rivasi-Buchner-Bericht sollte Konsequenzen für die Grenzwerte, die Gesetzgebung für den Bau von Mobilfunkmasten und damit auch für den Ausbau von 5G haben – eine Frage, mit der sich demnächst das Bundesverfassungsgericht beschäftigen muss.

Quellen: https://klaus-buchner.eu/vita/

Prof. Klaus Buchner zu 5G-Auswirkungen und Risiken in Eisenach am 14.09

Mobilfunk - Schäden an Menschen Tieren Pflanzen PowerPoint

Vortrag Mobilfunk Prof. Klaus Buchner doc

 

Informationsveranstaltung zum 5G-Ausbau in Eisenach am 07.10

Wartburgradio - Informationsveranstaltung zum Mobilfunkstandard 5G